künstliche Befruchtung

 

Was ist künstliche Befruchtung?

Die künstliche Befruchtung ist ein Verfahren der Reproduktionsmedizin mit dem Ziel eine Schwangerschaft herbeizuführen. Paare die aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund ihrer Sexualität (z.B. lesbische Paare) eigenständig keine Kinder bekommen können, haben die Möglichkeit, sich durch eine künstliche Befruchtung, den Kinderwunsch dennoch zu erfüllen.

Es gibt 3 Methoden der künstlichen Befruchtung:

In Vitro Fertilisation (IVF)

Bei dieser Methode der künstlichen Befruchtung werden Sperma und Eizelle in einem Reagenzglas zusammengebracht. Die Spermazellen können zuvor auf eventuelle Erbkrankheiten sowie auf Beweglichkeit und Vitalität untersucht werden. Nach der Befruchtung werden im Normalfall zwei entstandene Embryonen in den weiblichen Unterus transferiert. Nach zwei Wochen kann dann durch einen Schwangerschaftstest festgestellt werden, ob die künstliche Befruchtung erfolgreich war. Die Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 20% und 40%.

intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die Vorgehensweise der intrazytoplasmatische Spermieninjektion ist identisch mit der In Vitro Fertilisation, mit dem Unterschied, dass das Spermium des Mannes, von Hand, direkt in die Eizelle injiziert wird. Diese Methode der künstlichen Befruchtung wird angewendet, wenn eine vorherige Versuche einer In Vitro Fertilisation gescheitert sind. Diese Vorgehensweise wird oft kritisch diskutiert, weil sie einen massiven Eingriff in den natürlichen Prozess der Fortpflanzung darstellt.

Intrauterine Insemination (IUI)

Die Intrauterine Insemination ist eine weitere Methode der künstlichen Befruchtung. Hierbei werden die gewonnenen und zuvor im Labor gereinigten und ausgewählten Samenzellen mit Hilfe eines kleinen Röhrchens, zum Zeitpunkt der Fruchtbarkeit, in die Gebärmutter der Frau gebracht. Um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen, kann der Eisprung außerdem medikamentös herbeigeführt werden.

Rechtliche Situation

Die künstliche Befruchtung ist in Deutschland zulässig, sofern Versuche eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege herbeizuführen, über einen Zeitraum von einem Jahr scheiterten. Zu unterscheiden ist außerdem zwischen einer homologen und einer donogenen (heterologen) Insemination (Samenzellenübertragung).

homologe Insemination
Wird die künstliche Befruchtung auf Basis einer homologen Insemination beigeführt, so wird die Eizelle der Frau mit Spermazellen des Partners bzw. Ehepartners befruchtet.

donogene Insemination
Bei dieser Form der künstlichen Befruchtung wird die Eizelle der Frau mit den Spermien eines fremden, anonymen Mannes befruchtet. Die Samenzellen für eine donogene Insemination wurden in diesem Fall durch eine Samenspende gewonnen. Dieses Form ist für Paare gedacht, die keine brauchbaren Samenzellen liefern können (z.B. lesbische Paare, Unfruchtbarkeit des Mannes). Die donogene Insemination ist ethnisch umstritten und juristisch problematisch.

Kosten einer künstlichen Befruchtung

Wer übernimmt die Kosten für eine künstliche Befruchtung?

Je nach Art der angewendeten Methode, belaufen sich die Kosten für eine künstliche Befruchtung (IVF/ICSI) auf 3.000€ bis 4.000€ - Im Rahmen eines natürlichen Zyklus (IUI) auf ca. 200€. Hinzu kommen Kosten für notwendige Medikamente. Bei verheirateten Paaren werden bis zu 50% der Kosten durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen. Voraussetzung ist die Erfüllung bestimmter Bedingungen wie z.B. Alter der Frau (zwischen 25 und 40 Jahre), ausschließliche Verwendung von Samenzellen des Ehepartners und negativer HIV-Test beider Partner.

Bei nicht verheirateten Paaren werden die Kosten für eine künstliche Befruchtung grundsätzlich nicht übernommen. Die Kosten können in diesem Fall jedoch von der Steuer abgesetzt werden.

Private Krankenkassen zahlen die vollen Kosten für die ersten drei Versuche einer künstlichen Befruchtung. Die Bedingungen dazu unterscheiden sich von Kasse zu Kasse. In einigen Fällen ist eine bestehende Ehe zwischen den beiden Partnern vorgeschrieben.